Wie alles anfing

Biopsie

Sandy 27. Oktober 2009

Am Tag der Biopsie war ich natürlich extrem aufgeregt. Mein Freund begleitete mich ins Krankenhaus. Wir mussten sehr früh aufstehen, weil ich ja um sieben Uhr bei der ersten Anmeldung sein sollte. Ich wusste aber, dass es dort immer sehr voll war und wollte schon vor sieben Uhr da sein.
Am Abend zuvor hatten wir extra spät Abendbrot gegessen und es gab einen Tortellini-Auflauf, weil ich mir dachte, der sättigt gut und hält am nächsten Morgen vielleicht noch ein bisschen an.
Also waren wir ca. dreiviertel sieben im Krankenhaus und es saß dort bereits ein anderes Pärchen bei der Anmeldung. Bis um sieben Uhr füllte sich der Wartebereich sehr schnell und ich dachte mir gut dass wir schon früher da waren. Um Punkt sieben Uhr wurde die Erste aufgerufen. Da es wohl ein stationärer Aufenthalt war dauerte es sehr lange… Ich wurde schon langsam ungeduldig… Dann wurde noch eine zweite Anmeldung aufgemacht, die jedoch zunächst bestimmte Patienten namentlich aufrief. Da aber nicht alle von denen anwesend waren, war ich dann doch bald dran. Ich sah noch eine andere Frau mittleren Alters im Wartebereich, die den gleichen Zettel zur Aufklärung der Biopsie in den Händen hielt und wusste, dass sie die andere „Sieben-Uhr-Patientin“ ist.
Jedenfalls wurde ich dann angemeldet, dann musste ich in das Brustzentrum auf die Station, wo ich mich dann noch mal bei einer Schwester anmelden musste. Da wurde dann noch Blutdruck und Fieber gemessen. Nun hieß es, auf die Ärztin zu warten. Das bedeutete wirklich warten, warten und noch mal warten. Mittlerweile war auch schon die andere Patientin da und es war klar, dass ich nicht unbedingt vor sieben Uhr da sein hätte müssen. Naja, so langsam fing mir an, der Magen zu knurren, aber Gott sei dank wurde mir noch nicht flau oder schlecht. Ich ging im Gang auf und ab um mich abzulenken und eine Krankenschwester erkundigte sich wo denn die Ärzte bleiben. Die sind noch bei der Visite, wenn ich wollte könnte ich aber einen Schluck Wasser trinken und ein Stück Traubenzucker essen. Das tat ich dann auch und dann kam auch endlich das „Ärzteteam“. Es bestand aus den beiden Ärztinnen, die mich bereits untersucht hatten. Dann ging alles relativ schnell, ich ging ins Behandlungszimmer, musste mich hinlegen, dann wurde die Stelle an meiner Brust örtlich betäubt. Dennoch tat es höllisch weh, es wurden insgesamt drei Gewebeproben entnommen und jedes Mal gab es einen lauten Knall verbunden mit einem unangenehmen Schmerz. Währenddessen meinte eine der Ärztinnen, dass die Proben so aussehen, wie sie bereits bei den Untersuchungen schon feststellten, also dass es nichts Bösartiges ist. Ich wunderte mich nur, dass man das schon anhand der Proben erkennen kann.
Jedenfalls bekam ich dann einen Druckverband, der 24 Stunden dranbleiben musste, da ich am darauf folgenden Tag einen Termin bei meiner Frauenärztin hatte, sollte sie ihn dann abmachen.
Ich musste dann noch auf den Arztbrief warten und konnte endlich etwas essen. Ich hatte mir Tee und Nutellabrote mitgenommen. Dann warf die Krankenschwester noch einen kurzen Blick auf den Verband, gab mir den Brief für meine Frauenärztin und wir konnten endlich nach Hause fahren.
Ich war erleichtert, dass ich die Zeit ohne Essen so gut überstanden hatte und war sehr zuversichtlich, dass ich bald Bescheid weiß, dass alles in Ordnung ist und ich endlich anfangen kann meine Schwangerschaft zu genießen.

Immer noch Fibroadenom

Sandy 6. Oktober 2009

Die zweite Mammasonographie war am 30.06.2009. Ich hatte zwischendurch ab und zu noch mal getastet und mir kam es so vor, als wenn der Knoten größer geworden wäre. Ich war mir aber nicht sicher und dachte ich könnte mir das auch einbilden. Dennoch fuhr ich mit gemischten Gefühlen ins Krankenhaus. Diesmal führte eine andere Ärztin die Untersuchung durch…sie meinte, dass sie unabhängig vom Vorergebnis den Knoten ausmessen wird. Dann legte sie beide Bilder und Maße nebeneinander und musste feststellen, dass er in allen drei Maßen ein bisschen größer geworden ist…. Mein Gefühl hat mich also nicht getäuscht… Trotzdem war sie auch der Meinung, dass es sich um ein Fibroadenom handelt und da wäre es normal, da es in der Schwangerschaft schnell wachsen kann. Ich soll mir doch keine Sorgen machen… die Biopsie – die jetzt gemacht werden muss – ist nur routinemäßig, weil es halt größer geworden ist…
Also wurde ich über den Eingriff aufgeklärt und bekam einen Termin für den nächsten Mittwoch, gleich früh um sieben Uhr. Ich schielte in den Terminkalender, den die Schwester in den Händen hielt, und sah, dass an diesem Tag noch jemand für sieben Uhr eingetragen war. In meinem Kopf überschlugen sich schon wieder meine Gedanken… Ich fragte mich, wie das werden soll, ich muss an diesem Tag nüchtern erscheinen (wenn ich früh nicht innerhalb kurzer Zeit was esse, wird mir schlecht) und als ob ich gleich früh um sieben drankommen würde, Wartezeit muss man ja immer einplanen…. Und dann ist da noch jemand für um sieben eingetragen, wer weiß wie lange ich da warten muss…
Ehrlich gesagt, machte ich mir mehr Sorgen wie ich die Zeit an dem Tag ohne Essen überstehen sollte, als das da irgendwas Schlimmes rauskommen könnte. Dazu trugen aber auch die beiden Ärztinnen bei, die mich untersucht haben, da sie davon ausgingen, es wäre auf jeden Fall etwas Gutartiges. Also glaubte ich das auch…

Gefährlich oder nicht?

Sandy 5. Oktober 2009

Als ich am nächsten Tag auf Arbeit war, hatte ich einfach keine Ruhe. Ich rief bei meiner Frauenärztin an und erzählte von dem Zeckenbiss. Ich soll doch vorbeikommen, dann schaut es sich die Ärztin an und mir wird dann auch Blut abgenommen, meinte die Schwester am Telefon zu mir. Ich war froh, dass ich irgendwas tun konnte und dass die Sache ernst genommen wurde. Also fuhr ich wieder zu meiner Ärztin…

Sie sah sich die Stelle an (man konnte die Bissstelle erkennen, sie war ein bisschen rot) aber meinte dann auch nur ich soll in den nächsten Tagen beobachten, ob ich irgendwelche Krankheitsanzeichen habe. Mir wird heute Blut abgenommen und dann noch mal wenn ich das nächste Mal zur Schwangerenberatung da bin um zu kontrollieren, ob sich eine Krankheit übertragen hat. Na toll, dachte ich, wieder einmal abwarten…. (bin eigentlich ein sehr ungeduldiger Mensch…)

Ich hatte am nächsten Tag tatsächlich Kopfschmerzen (habe ich aber öfter mal)… Als sie am darauf folgenden Tag immer noch da waren, beschloss ich –nach langem Überlegen- wieder bei meiner Frauenärztin anzurufen. Ich soll doch wieder vorbeikommen, am Telefon könne sie nichts sagen.

Also fuhr ich das dritte Mal in dieser Woche zu ihr hin. Das Blutergebnis war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht da, also ließ sich nicht wirklich feststellen, ob es sich bei meinen Kopfschmerzen um „meine üblichen Kopfschmerzen“ handelte oder ob es aufgrund des Zeckenbisses war. Schließlich wurde ich erstmal für eine Woche krankgeschrieben, ich hoffte natürlich, dass die Zecke keine Krankheit übertragen hat, dennoch konnte ich meine Schwangerschaft immer noch nicht richtig genießen.

Freude und Schrecken

Sandy 5. Oktober 2009

Natürlich hatten wir uns für die Nackenfaltenmessung entschieden. Auch wenn es nur eine Risikoabschätzung war, ich wollte einfach die Gewissheit, dass das Risiko gering ist um dann endlich meine Schwangerschaft zu genießen.
Es war eine zusätzliche Untersuchung, noch vor der dritten Schwangerenberatung. Mein Freund war wieder mit dabei. Zu unserer Freude konnten wir Baby diesmal etwas länger beobachten, da meine Frauenärztin mehr gemessen hat und „noch genauer“ geschallt hat. Es hieß, dass sich bei meinem Kind die Nackenfalte besonders gut messen lässt, weil man es so gut erkennen kann. Letztendlich betrug sie 1,1 (alles was mehr als 2,5 ist, wäre bedenklich). Dann wurde noch Blut abgenommen und der Blutwert –zusammen mit dem gemessenen Wert – sollte dann die Risikoabschätzung ergeben. Wenn da was sein sollte, wird man sich bei mir melden, sobald die Blutergebnisse vorliegen. Da ich so einen „guten Wert“ hatte, machte ich mir überhaupt keine Gedanken, dass da jetzt ein hohes Risiko rauskommen könnte.

Am Abend gingen mein Freund und ich noch mit unserem Hund spazieren. Da es ein nasskalter Tag war trug ich Regenjacke und Gummistiefel. Wir waren beide froh, dass alles so gut gelaufen ist und schmiedeten schon Pläne für die Zukunft.
Aber es war wie verhext, die Freude war mir wohl nicht gegönnt… Als ich nämlich nach dem Abendessen unter die Dusche wollte, bemerkte ich eine Zecke an meinem Körper!! Eine Zecke!!! Ich hatte noch nie einen Zeckenbiss, obwohl ich so gut wie jeden Tag in der Natur unterwegs bin… Ich rief sofort meinen Freund, die Zecke ließ sich nämlich nicht einfach abschütteln, sie hatte sich genau auf dem Dekolleté festgesaugt. Na toll, dachte ich, auch das noch, das kann doch nicht wahr sein, wie ist die da hingekommen… ich war doch von oben bis unten angezogen. Sie ließ sich zwar ziemlich einfach rausziehen und war auch ganz klein, aber trotzdem machte ich mich total verrückt. Sie hatte mich schließlich gebissen und was da alles passieren kann…. Ich rief sofort meine Eltern an, da ich nicht wusste was ich machen sollte… Letztlich konnte ich wohl erstmal gar nichts machen… Mein Freund recherchierte im Internet und meine Schwester erzählte mir, dass sie ja auch mal wegen eines Zeckenbisses beim Arzt war und da überhaupt nichts gemacht wurde. Man soll die Stelle auf jeden Fall beobachten und auf seinen Körper achten, ob man Kopf-, Gliederschmerzen oder Fieber bekommt. Mein Freund schaffte es dann noch mich halbwegs zu beruhigen, aber auch nur soweit, dass ich zumindest nicht mehr wie eine Irre total panisch durch die Wohnung rannte.

Salami essen verboten

Sandy 5. Oktober 2009

Der Termin zur zweiten Schwangerenberatung am 11.6.09 verlief problemlos. Ich hatte ein halbes Kilo abgenommen, was ich mir gar nicht erklären konnte, da ich eigentlich rund um die Uhr futterte (von Schwangerschaftsübelkeit immer noch keine Spur, hatte höchstens ein flaues Gefühl im Magen wenn ich eine Weile NICHTS gegessen hatte). Ansonsten erfuhr ich, dass ich gegen Röteln immun bin, kein Aids habe, meine Tetanus-Impfung abgelaufen war und ich gegen Toxoplasmose keine Immunität habe. Das ich während der Schwangerschaft kein rohes Mett essen darf, war mir schon klar, aber das dazu noch andere (rohe) Wurst zählt (Salami und Teewurst) wusste ich nicht. Ausgerechnet die beiden wenigen Sorten Wurst, die ich normalerweise esse.
Der Ultraschall war auch wieder in Ordnung, man konnte jetzt schon einen kleinen Körper erkennen und einen bewegenden Punkt, der das schlagende Herz war…sehr niedlich…
Ich sollte mir überlegen, ob ich eine Untersuchung durchführen lasse, die von der Krankenkasse nicht übernommen wird. Die so genannte Nackenfaltenmessung, sie soll das Risiko abschätzen, ob evt. ein Down-Syndrom vorliegen könnte. Natürlich wollte ich das Beste für mein Kind, aber selbst ein gutes Ergebnis der Untersuchung kann nicht ausschließen, dass nachher doch etwas nicht stimmt, halt nur eine Risikoabschätzung. Ich wollte es mir überlegen, aber instinktiv wusste ich, dass ich, wenn ich diese Untersuchung nicht machen ließe doch keine Ruhe hätte..

Fibroadenom

Sandy 4. Oktober 2009

Der Termin zur Mammasonographie war in der darauf folgenden Woche. Da meine Frauenärztin nicht wirklich besorgt über die Stelle in meiner Brust war, fuhr ich relativ entspannt dorthin.
Die Untersuchung fand in einem Brustzentrum in dem nächstgelegenen Krankenhaus statt. Zunächst tastete die Ärztin die Stelle und machte dann den Ultraschall, sie meinte, dass man sofort erkennt, dass ich schwanger bin, weil mein Brustgewebe verändert ist.
Ich sah den dunklen Fleck auf dem Monitor, er wurde ausgemessen und laut Aussage der Ärztin brauche ich mir keine Sorgen machen, es sieht nicht wie etwas Bösartiges aus, da es wohl keinen Schatten aufweist. Es ist sicherlich nur ein Fibroadenom, hieß es, das tritt in der Schwangerschaft sehr häufig auf. Da dieses Fibroadenom aber schnell wachsen kann, soll ich in vier Wochen noch mal zur Kontrolle kommen und wenn es denn größer geworden ist, wird routinemäßig eine Gewebeprobe entnommen.
Also vereinbarte ich einen Termin in vier Wochen und da die Aussagen der Ärztin für mich plausibel klangen, machte ich mir nicht wirklich Sorgen und fuhr wieder nach Hause.

Endlich…

Sandy 4. Oktober 2009

Natürlich bekam ich die zwei Wochen irgendwie rum. Ich beschäftigte mich nur noch mit dem Thema Ernährung. Schließlich wollte ich mich ja gesund ernähren, dass Baby auch alle Nährstoffe zugeführt bekommt. Ich recherchierte im Internet, wälzte Kochbücher und ging ständig in den Supermarkt um frische, gesunde Sachen zu kaufen. Vor der befürchteten Schwangerschaftsübelkeit blieb ich bisher zum Glück verschont (ich habe panische Angst vorm Erbrechen), dennoch hatte ich permanente Angst, dass es doch noch auftritt….
An dem Tag an dem ich den Termin bei der Frauenärztin hatte, war ich wieder mal tierisch aufgeregt und konnte es kaum abwarten. Mein Freund wollte auch mit dabei sein und so trafen wir uns bei meiner Frauenärztin. Ich war total gespannt, ich wusste ja nicht wie so etwas langgeht. Zuerst ging ich zur Ärztin rein, auf den Stuhl…. Diesmal sah man auf dem Bildschirm schon einen größeren Punkt :-) den sie mir dann auch als Foto ausdruckte :-) . Dann stellte sie den Mutterpass mit dem voraussichtlichen Entbindungstermin am 3.1.2010 aus (Ich hatte mir den 1.1.2010 errechnet). Dann tastete sie noch mal den Knoten in meiner Brust und stellte mir, wie letztens schon angekündigt eine Überweisung für einen Ultraschall aus.
Die „eigentliche Schwangerenberatung“ führte dann die Schwester in einem anderen Raum durch. Wir wurden regelrecht erschlagen mit Informationen, alles war neu…. dann kamen noch Blutdruck messen, wiegen und Blut abnehmen dazu. So in etwa hatte ich es mir schon vorgestellt. Ich bekam dann noch den nächsten Termin in vier Wochen (soo lange wieder warten) und einen Beutel mit gaanz viel Informationsmaterial….
So verließen wir freudestrahlend – bepackt mit den „tollen Sachen“ – das Ärztehaus und fuhren nach Hause um dann gleich darauf zu den stolzen Großeltern (meinen Eltern) zu fahren um alles zu berichten.

Enttäuschung

Sandy 28. September 2009

Ich war zwar erst in der sechsten SSW aber ich fuhr gleich am darauf folgenden Dienstag zu meiner Frauenärztin. Ich wollte die Schwangerschaft endlich ärztlich bestätigen lassen und natürlich auch das mit meiner Brust ansprechen.
An diesem Tag war ich ziemlich aufgeregt und konnte es kaum abwarten endlich Feierabend zu haben. Bei meiner Ärztin angekommen, musste ich natürlich eine ganze Weile warten, da ich ja keinen Termin hatte.
Ich freute mich auf den Ultraschall und auf das Foto…und natürlich auf den Mutterpass.
Leider kam es ganz anders. Meine Ärztin machte zwar einen Ultraschall aber man konnte natürlich noch nichts darauf erkennen und somit bekam ich auch kein Bild. Dennoch war ich froh, dass sie die Schwangerschaft feststellte und meinte, dass das, was sie bisher sieht (Gebärmutter usw.) soweit in Ordnung ist. Zu meiner zweiten Enttäuschung bekam ich dann nicht mal einen Mutterpass sondern nur einen Termin in zwei Wochen für die erste richtige Schwangerenberatung.
Den Knoten in meiner Brust ertastete sie dann auch, aber sie hielt ihn wohl für völlig normal und meinte nur, dass sie es sich dann in zwei Wochen noch mal ansieht und dann eventuell eine Überweisung für einen Ultraschall ausstellt.
Also fuhr ich ein wenig enttäuscht wieder nach Hause: Ohne Mutterpass, ohne Ultraschallbild (irgendwie fühlte ich mich noch gar nicht richtig schwanger) und mit der Frage, wie ich die nächsten zwei Wochen rumkriegen soll um endlich meinen ersehnten Mutterpass in den Händen zu halten.
Das einzige, woran ich seitdem kaum noch einen Gedanken verschwendete, war der Knoten in meiner Brust….

Zwei Striche

Sandy 27. September 2009

So vergingen die nächsten Tage und nichts passierte. Ich hatte in den letzten beiden Zyklen auch schon Schwangerschaftstests gemacht aber dann kamen meine Tage immer am nächsten oder übernächsten Tag. Also beschloss ich diesmal etwas länger abzuwarten und dann den Test auch mit Morgenurin zu machen. Am Mittwoch bat ich meinen Freund mir einen Schwangerschaftstest mitzubringen, ich hielt es tatsächlich noch bis zum Donnerstagmorgen aus. Der Wecker klingelte wie immer um 5Uhr früh. Ich war tierisch aufgeregt… ging ins Bad und machte den Test…. Es verfärbte sich sofort alles rosa und diesmal blieb nicht nur ein Strich übrig… Mein Herz pochte wie wild… „Oh Gott, dachte ich, soll es diesmal wirklich geklappt haben?“ (Eigentlich war ich überzeugt, dass es nicht geklappt haben kann) Ich rief meinen Freund und zeigte ihm das Ergebnis. Er hat sich total darüber gefreut. Ich mich auch, aber in mir herrschte trotzdem das totale Gefühlschaos. Leider blieb nicht mehr viel Zeit darüber zu reden, da wir beide zur Arbeit mussten. Auf dem Weg dorthin versuchte ich meine Gedanken zu sortieren. „Was sich jetzt alles verändern wird… ich werde Mutter… Hilfe…wie soll ich das denn schaffen, ich kann es noch gar nicht glauben“. Angst, Panik und Unsicherheit vermischten sich mit der Freude über das positive Testergebnis. Aber im tiefsten Innern wusste ich, dass die Freude größer war als alles andere.
Ich beschloss an diesem Tag etwas früher Feierabend zu machen, weil ich das verlängerte 1.Mai-WE einläuten wollte und ich wusste, dass ich mich auf Arbeit sowieso nicht wirklich konzentrieren kann. Also fuhr ich schon am frühen Nachmittag nach Hause, hielt noch beim Supermarkt an und kaufte ein paar „gesunde Sachen“. Dann nahm ich mir zum ersten Mal mein „Mami-Buch“ vor (meine Eltern hatten es mir bereits geschenkt), fing an darin zu lesen und wartete auf meinen Freund um meine Freude mit ihm zu teilen….

Erleichterung

Sandy 20. September 2009

Also fuhr ich gleich am nächsten Tag zu meinen Eltern. Als meine Mutter die Stelle tastete nahm sie die Aussage mit dem Lymphknoten gleich zurück. „Nein, das ist doch irgendwas anderes“, meinte sie.
Wir sahen in ihrem Krankheitsbuch nach. Natürlich lasen wir nicht gleich unter Brustkrebs nach sondern das was zur weiblichen Brust geschrieben war. Da stand etwas von einer hormonell bedingten Gewebeverhärtung… die kann zum Beispiel kurz vor Beginn der Menstruation auftreten.
Für uns stellten sich also zwei Möglichkeiten dar: Entweder stehe ich kurz vor meiner Periode und bekomme sie in den nächsten Tagen oder ich bin wirklich schwanger (was ja auch eine hormonelle Veränderung bedeutet). Der Gedanke, dass es doch etwas Ernstes sein könnte war somit erstmal verschwunden, da es ja scheinbar eine plausible Erklärung für die harte Stelle in meiner Brust gab.
Ich beschloss also abzuwarten was in den nächsten Tagen passiert: Entweder bekomme ich meine Tage oder ich mache einen Schwangerschaftstest wenn ich überfällig bin…

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